Brutstimulation - ein Wunsch?

 

Da es sich bei Papageien größtenteils um gefährdete Arten handelt, gilt es, die Vögel möglichst effizient und nachhaltig nachzuzüchten, um so den weltweiten Bestand stabil zu halten oder sogar zu vergrößern. Doch die Nachzucht von Papageien ist nicht einfach. Denkt man an Kaninchen oder an Mäuse, so ist eine Nachzucht völlig unproblematisch und an keine großen Bedingungen gebunden. Papagein hingegen sind oftmals nur sehr schwierig nachzuziehen - je seltener eine Art ist, desto schwieriger ist meist auch die Nachzucht, da weniger Erkenntnisse über die Art vorliegen oder man ihrer natürlichen Lebensweise in Haltungsbedingungen nur schwer gerecht werden kann.

 

Möchte man Papageien also effizient in Menschenhand nachzüchten, so stellt sich die Frage nach einem universalen Schlüssel, einem kleinsten gemeinsamen Nenner unter den Arten, nach dem, was alle Papageienarten dazu bewegt, sich fortzuplanzen. Welche Faktoren sind hierfür ausschlaggebend? Was bewegt Papageien dazu, sich fortzuplanzen? Findet eine tatsächliche Entscheidung statt? Wie lässt sich die Biologie der Papageien überwinden? Wie wichtig sind tatsächlich eine entsprechende Fütterung und Unterbringung? Und die Wohl entscheidenste Frage: Ist es möglich, die Fortplanzung von Papageien bewusst zu steuern?

 

Um diese Fragen zu klären, hilft zunächst ein Blick in die Natur, um festzustellen, welche Faktoren im natürlichen Lebensraum eine Fortpflanzung indirekt iniziieren.

 

Über allen theoretischen Ansätzen auf diesem Gebiet steht der Begriff der circannualen Rhythmik. Hiermit bezeichnet man bestimmte Rhythmen, deren Ausdehnung die Dauer eines Jahres besitzt. Hierunter fällt auf diese Weise auch der Rhythmus der Fortpflanzung, eines jährlich stattfindenden Ereignisses, das als sogenannte Fortpflanzungsphase von Ruhephasen umgeben ist. Für gewöhnlich ist die Fortpflanzungsphase so in den warmen Monaten anzusiedeln, die wiederum durch die Jahreszeiten geprägt werden.